Hohe Auftragsfrequenz, knappe Ressourcen und unterschiedliche Kommissionieranforderungen stellen moderne Lagerlogistik zunehmend vor strukturelle Herausforderungen. Besonders in SAP EWM-Umgebungen ist eine skalierbare, taktisch steuerbare Lösung gefragt.
Die zweistufige Kommissionierung mit SAP EWM trennt systematisch zwischen mengenorientierter Entnahme und auftragsbezogener Verteilung – und schafft damit stabile Abläufe auch in Hochlastphasen.
Dieser Beitrag zeigt, wie Sie die zweistufige Kommissionierung systematisch modellieren, welche betriebsrelevanten Vorteile sich ergeben und worauf bei der technischen Umsetzung in SAP EWM zu achten ist.
Die zweistufige Kommissionierung ist jedoch mehr als eine Prozessvariante. Sie verändert die zugrunde liegende Systemarchitektur im SAP EWM.
Struktur vor Tool gilt auch hier: Nur wenn Entnahme- und Verteillogik sauber modelliert, dokumentiert und konfiguriert sind, entsteht ein stabiler und skalierbarer Pick-Prozess.
- Die zweistufige Kommissionierung steigert Effizienz und Prozessstabilität:
Durch die Trennung in mengenorientierte Entnahme und auftragsbezogene Verteilung reduziert SAP EWM Laufwege, stabilisiert den Materialfluss und ermöglicht eine bessere Auslastung bei hohem Auftragsvolumen.
- SAP EWM bietet flexible Steuerungsmöglichkeiten für komplexe Lagerprozesse:
Mit Funktionen wie Wellenmanagement, automatisierter Lageraufgabenerstellung und klarer Prozesslogik lassen sich Abläufe gezielt strukturieren und den jeweiligen Lageranforderungen anpassen.
- Eine saubere Systemkonfiguration ist entscheidend für die Umsetzung:
Für eine stabile und prozesssichere Implementierung der zweistufigen Kommissionierung in SAP EWM sind konsistente Einstellungen im Customizing und eine klare Abbildung der Lagerprozesse unerlässlich.
Was bedeutet zweistufige Kommissionierung im Kontext von SAP EWM?
Die zweistufige Kommissionierung trennt physische Auslagerung und auftragsbezogene Verteilung in zwei systematisch aufeinanderfolgende Prozessschritte.
Im SAP EWM erfolgt zunächst die mengenorientierte Entnahme der Materialien. Die Zuordnung zu einzelnen Kundenaufträgen findet in einem separaten Schritt statt.
Im Gegensatz zur einstufigen Variante, bei der jede Position direkt und separat gepickt wird, bietet das zweistufige Vorgehen eine vorgelagerte Sammelkommissionierung.
Diese Entkopplung schafft höhere Flexibilität bei der Steuerung parallel laufender Prozesse und verbessert die taktische Planung im Lager.
In logistischen Hochlastphasen, etwa bei großvolumigen Versandwellen, erhöht die zweistufige Kommissionierung die Ressourceneffizienz.
Redundanzen im Materialfluss lassen sich reduzieren, was die Durchsatzleistung und die Gesamtperformance der Lagerlogistik messbar verbessert.
Definition und Abgrenzung zur einstufigen Kommissionierung
Einstufige Kommissioniermethoden basieren auf der direkten, auftragsbezogenen Entnahme. Dieses Verfahren ist bei geringer Artikelanzahl und stabilem Lagerdurchsatz technisch unproblematisch.
Wo jedoch viele Einzelpositionen und hohe Versandfrequenzen aufeinandertreffen, geraten Pick-Prozesse systemseitig unter Druck. Laufwege verlängern sich, parallele Aufträge erhöhen die Fehleranfälligkeit.
Die zweistufige Kommissionierung schafft hier eine klare Struktur durch die Trennung von Sammelentnahme und positionsgenauer Auftragszuordnung.
Entkopplung und Vorbündelung ermöglichen gezielte Lagerstrategien, reduzieren Bewegungen im Lager und steigern die Ressourceneffizienz.
Praktische Auswirkungen auf die operative Stabilität:
- Konstante Auslastung von Lager- und Pick-Zonen auch bei Auftragsschwankungen
- Reduktion zeitkritischer Kollisionen im Materialfluss
- Verbesserte Steuerbarkeit durch klar getrennte Prozesslogik
Gerade bei wachsendem Auftragsvolumen erweist sich das zweistufige Modell als skalierbare und strukturierte Lösung zur Stabilisierung komplexer Pick-Prozesse.
Wie funktioniert die zweistufige Kommissionierung in SAP EWM im Detail?
SAP EWM steuert die zweistufige Kommissionierung in zwei voneinander entkoppelten, aber systemisch integrierten Prozessphasen.
Der erste Schritt umfasst die mengenbasierte Entnahme, der zweite die auftragsbezogene Verteilung. Beide Abläufe sind innerhalb der Systemlogik klar getrennt, greifen aber funktional ineinander.
Das Wellenmanagement übernimmt die Bündelung und Priorisierung der relevanten Lieferpositionen.
Über die Wellenfreigabe erzeugt SAP EWM automatisiert je nach Versandstruktur entsprechende Lageraufgaben. Dabei berücksichtigt das System Wegoptimierung, Lagerauslastung und Priorität der Aufträge.
Für die Zuordnung der zuvor kommissionierten Mengen zu einzelnen Kundenaufträgen sorgt die SAP Prozesslogik im zweiten Schritt.
Sie steuert die Erstellung zusätzlicher Lageraufgaben, mit denen das Material gezielt aus dem Zwischenbereich in die jeweiligen Versandzonen überführt wird.
Im Ablauf ergeben sich zwei klar definierte Prozessschritte:
- Entnahmephase: artikelbezogene Sammlung – unabhängig vom Auftrag.
- Verteilphase: auftragsgerechte Aufteilung in die Zielbereiche.
Diese Trennung ermöglicht eine saubere Taktung zwischen Pick- und Versandprozessen. Gleichzeitig bleibt die Bestandsführung durchgängig konsistent.
Für komplexe Lagerstrukturen ergeben sich daraus Vorteile in der Steuerung, Transparenz und Ressourcenauslastung.
Die Entnahme: Bildung von Wellen und Aufgaben
Die operative Entnahme basiert auf der gezielten Produktbündelung mehrerer Lieferpositionen. Das SAP EWM Wellenmanagement fasst diese zusammen und ermöglicht so die sequenzierbare Vorbereitung größerer Pickmengen.
Nach der Freigabe einer Welle erzeugt das System automatisch Lageraufgaben. Grundlage dafür sind vordefinierte Entnahmestrategien, die Standortlogik, Artikelverfügbarkeit und Wegoptimierung berücksichtigen.
Das Wave Picking sorgt anschließend für Priorisierungen innerhalb der Aufgabenliste. Die Steuerung folgt dabei der Prozesslogik der Sammelkommissionierung. Daraus ergeben sich:
- reduzierte Wegezeiten im Lager
- strukturierte Abarbeitung hoher Volumina
- klare Trennung von Pick- und Auftragslogik
Die Folge ist ein stabiler Materialfluss bei gleichzeitig gesteigerter Steuerbarkeit auch unter Last.
Die Aufteilung: Produktzuordnung und Transport an Zielorte
Nach der Sammelkommissionierung erfolgt die Zwischenlagerung im vorgesehenen Lagertyp, häufig Lagertyp 2010.
Dort bleiben die entnommenen Materialien bis zur auftragsbezogenen Weiterverteilung systemisch getrennt verfügbar.
Die SAP Steuerlogik generiert automatisch Lageraufgaben für die spezifische Produktzuordnung.
Grundlage hierfür sind auftragsrelevante Parameter wie Prioritäten, Transportgruppen und Ziellogik. Diese Aufgaben steuern die physische Bewegung innerhalb der Lagerstruktur.
Zur weiteren Zielverteilung nutzt das System die Lagerplatzfindung. Dabei werden die Produkte unter Berücksichtigung definierter Steuerkriterien systemisch zugeordnet. Mögliche Zielbereiche sind unter anderem:
- Packzonen mit Versandvorbereitung
- Versandzonen je nach Transportprofil
- Separate Konsolidierungsbereiche für Teilmengen
Der Materialfluss bleibt auf diese Weise strukturiert steuerbar, die Nachvollziehbarkeit der Prozessschritte systematisch gegeben.
Wann ist der Einsatz der zweistufigen Kommissionierung in der Lagerpraxis empfehlenswert?
Lager mit hoher Auftragsdichte und schwankenden Abrufmustern profitieren besonders von einer zweistufigen Kommissionierung.
Das Verfahren stabilisiert die Abläufe dort, wo klassische Einzelpicks prozesstechnisch oder wirtschaftlich an Grenzen stoßen.
Typisch sind Umgebungen mit breiter Artikelbasis und wechselnder Auftragsstruktur. Vor allem in Bereichen wie technischer Handel, Elektronik oder Pharma bewährt sich die Entkopplung von Entnahme und Verteilung.
Die methodische Zusammenfassung von Materialien auf Systemebene führt zu kürzeren Wegezeiten und einer besser steuerbaren Lagerauslastung. Gleichzeitig lassen sich physische und personelle Ressourcen punktuell bündeln.
- starke Volumenschwankungen im Tages- oder Wochenverlauf
- heterogene Artikelstruktur mit hoher Variantenanzahl
- mehrstufige oder komplexe Stücklisten in der Auftragserfüllung
- hoher Anteil an parallelen Kundenaufträgen je Zeiteinheit
Durch diese Struktur gewinnt der Materialfluss an Stabilität. Unternehmen schaffen damit die Grundlage für kurze Reaktionszeiten, überschaubare Prozesskosten und ein skalierbares Kommissioniersystem.
Relevanz für Volumen, Artikelstruktur und Bestellverhalten
Ein hoher Anteil an Mehrpositionen je Auftrag erfordert in einstufigen Verfahren einen überproportionalen Ressourceneinsatz.
Die zweistufige Kommissionierung reagiert darauf, indem sie die Pick-Prozesse systematisch vorsortiert und priorisiert.
Besonders bei hoher Artikeldifferenzierung, variablen Bestellzyklen und unregelmäßigen Abrufmustern bewirkt die vorgelagerte Mengenentnahme eine strukturierte Prozessführung.
Wellenbasierte Steuerung sorgt zudem für konstante Auslastung in den Pick-Zonen.
Die Planungssicherheit im operativen Tagesverlauf erhöht sich dadurch spürbar. Ressourceneffizienz und Systemstabilität werden gezielt miteinander verknüpft.
Typische Ausgangslagen für diesen Bedarf sind:
- stark differenzierte Artikelstruktur im Sortiment
- uneinheitliche und kurzfristige Bestellzyklen
- hoher Anteil paralleler Kundenaufträge mit Einzelbedarfen
Durch diese Entkopplung entsteht ein stabiler Kommissionierprozess mit priorisierten Pick-Routinen und minimierten Wegezeiten.
Konfiguration und Systemarchitektur: Was ist bei der Einrichtung in SAP EWM zu beachten?
Die zweistufige Kommissionierung lässt sich im SAP EWM nur dann fehlerfrei steuern, wenn die notwendigen Steuermerkmale im Customizing gezielt aktiviert sind.
Entscheidend ist eine durchgängige SAP Prozesskonfiguration, die eine stabile Verknüpfung der Entnahme- und Verteilprozesse sicherstellt.
Fehlende oder inkonsistente Systemsteuerungen gefährden die Prozesssicherheit im Lagerbetrieb.
Im Zentrum der technischen Parametrisierung stehen dabei zwei Elemente: die Lagerprozessart 2020 für die erste Entnahmephase sowie der Zwischenlagertyp 2010 für die temporäre Materialhaltung.
Beide Konfigurationen definieren, wo systemisch getrennt wird und welche Lagertypen in welchem Prozessschritt greifen dürfen.
Die Steuerung erfolgt über fest zugewiesene Lagertypen, wodurch die Prozessübergänge im System klar abgebildet werden.
Für die gezielte Auswahl des richtigen Zwischenlagers greift das Kennzeichen „2ST“. Es wirkt direkt auf die Suchreihenfolge der Lagertypen und legt fest, in welcher Prozessphase welcher Bereich des Lagers genutzt wird.
Das erhöht die Transparenz im Materialfluss und stabilisiert die Steuerung auf operativer Ebene.
Zusätzlich kann eine produktbasierte Steuerung aktiviert werden. Die Option „2-Stufigkeit produktabhängig“ erlaubt es, die zweistufige Kommissionierung selektiv auf bestimmte Materialien, Auftragsarten oder Wellenstrategien zu beschränken.
So entstehen differenzierte Prozessmodelle, die sich flexibel an Lagerbedingungen anpassen lassen.
Alle Konfigurationen müssen technisch konsistent aufgebaut sein. Lagernummer, Lagertyp, Lagerplatzlogik und Referenzbelege sind dabei fest miteinander zu verzahnen. Nur wenn diese Systemarchitektur sauber implementiert ist, entstehen stabile Prozessschritte.
Releasefähigkeit ist dabei ein zentraler Faktor. Anpassungen in Lagerprozessarten oder Lagertyp-Logiken müssen transparent dokumentiert und nachvollziehbar versioniert werden.
Andernfalls entstehen implizite Abhängigkeiten, die bei Systemupdates oder Change Requests zu unerwarteten Nebeneffekten führen.
- Klare Trennung der Entnahme- und Verteilprozesse
- Verlässliche Steuerung entlang definierter Lagertypen
- Systemstabilität durch konsistente Daten- und Belegstruktur
So lässt sich die zweistufige Kommissionierung im SAP EWM sauber modellieren und prozesssicher betreiben.
SAP Customizing: Konfigurationslogik und relevante Einstellungen
Die Option „2-Stufigkeit produktabhängig“ ermöglicht eine gezielte Differenzierung innerhalb der Kommissionierstrategie.
Sie prüft automatisiert, ob anhand definierter Steuermerkmale wie Materialart oder Wellenzuordnung eine zweistufige Abwicklung angestoßen wird.
Entscheidend ist die konsistente Abbildung aller relevanten Lagerparameter im System. Dazu gehören:
- Lagernummern und Lagertypen mit zugeordneter Funktionslogik
- Prozessflusslogik mit klar definierten Übergängen
- Lagerprozessarten mit entsprechender Kommissionierstrategie
- Referenzbelege als Ausgangspunkt für systemische Aufgabensteuerung
Diese Konfigurationen leiten im Zusammenspiel die erforderlichen Prozessschritte ab und sorgen dafür, dass das System Lageraufgaben präzise und auftragsbezogen generiert.
Welche Vorteile bietet die zweistufige Kommissionierung im operativen Lagerbetrieb?
Die zweistufige Kommissionierung führt zu einer deutlichen Laufzeitreduktion, da Wege systematisch gebündelt und Pickaufträge priorisiert abgearbeitet werden.
Das reduziert nicht nur die Bewegung im Lager, sondern stabilisiert auch den Durchsatz bei wechselnder Last.
Durch die entkoppelte Auftragsabwicklung verbessert sich die Flächennutzung in Kommissionier- und Packbereichen.
Besonders an Ressourcenschnittstellen entsteht eine spürbare Produktivitätssteigerung, da Übergaben klar strukturiert erfolgen.
Zudem erhöht die systemgestützte Aufgabensteuerung die Prozesssicherheit im Tagesgeschäft. Auch bei personellen Engpässen bleibt das Ressourcenmanagement steuerbar, weil priorisierte Aufgaben entlang definierter Kriterien automatisch bereitgestellt werden.
Steigende Anforderungen an die Effizienz in der Logistik erfordern stabile Abläufe, die auch bei Volumenschwankungen tragfähig bleiben. Die zweistufige Kommissionierung leistet dazu einen wesentlichen Beitrag.
- Reduktion der Laufzeiten durch systematische Wegplanung
- Höhere Auslastung an Pack- und Übergabepunkten
- Geringere Fehlerquote durch standardisierte Abläufe
- Stabilität bei Personalengpässen durch klare Aufgabenverteilung
Welche Auswirkungen hat die Implementierung auf Prozesse, Ressourcen und IT-Strukturen?
Die Integration der zweistufigen Kommissionierung in SAP EWM auf S/4HANA-Basis führt zu einem konsistenten Systemverbund mit höherem Automatisierungsgrad.
Prozesse verlaufen technologiegestützt über Modulgrenzen hinweg. Das erhöht die Transparenz, verbessert die Datenqualität und stärkt die operative Steuerbarkeit.
Materialflüsse und Auslagerstrategien lassen sich konfigurierbar abbilden. Unternehmen steuern so Durchlaufzeiten stabiler und gleichen Auslastungsschwankungen gezielt aus.
Bestände stehen in Echtzeit zur Verfügung. Planungsprozesse profitieren von klaren Strukturen bei gleichzeitig höherer Flexibilität im Tagesgeschäft.
Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen durch Investitions- und Exportdruck gewinnen standardisierte Prozessmodelle an Bedeutung.
Die zweistufige Kommissionierung trägt dazu bei, stabile Abläufe sicherzustellen und IT-Strukturen belastbar zu halten.
- Systemintegration über SAP EWM und S/4HANA erhöht die Prozesskonsistenz
- Echtzeit-Daten ermöglichen belastbare Entscheidungen
- Skalierbare Abläufe gleichen saisonale oder volatile Lasten aus
- Technisch saubere Abbildung komplexer Szenarien verbessert die Betriebsstabilität
Herausforderungen und Risiken bei der zweistufigen Kommissionierung – und wie man ihnen begegnet
Fehlkonfigurationen und lückenhafte Datenpflege zählen zu den häufigsten Störfaktoren bei der zweistufigen Kommissionierung.
Gleichzeitig bildet eine sauber implementierte zweistufige Kommissionierung die Grundlage für zukünftige Automatisierung und KI-gestützte Steuerungsmodelle.
KI verstärkt bestehende Systemstrukturen – sie ersetzt keine fehlende Prozessklarheit im Pick-Prozess.
Typische Fehlerquellen sind:
- Customizing-Einstellungen, die nicht konsistent mit dem Prozessdesign abgestimmt sind
- unzureichend gepflegte Stammdaten, etwa bei Prozessen, Lagerorten oder Mengeneinheiten
- fehlende Freigaben oder fehlerhafte Steuermerkmale im Wellenmanagement
Digitalisierung scheitert selten an fehlenden Funktionen – sondern an inkonsistenter Konfiguration.
Auch bei der zweistufigen Kommissionierung verstärkt das System bestehende Strukturmängel, wenn Prozessdesign und Customizing nicht deckungsgleich sind.
Durch ein strukturiertes Testmanagement, Simulation unter Echtbedingungen und laufendes Prozessmonitoring lassen sich solche Risiken frühzeitig identifizieren und gezielt adressieren. So entsteht eine tragfähige Grundlage für stabile Lagerprozesse.
PG3 als strukturierter Umsetzungspartner für SAP-EWM-Projekte

PG3 übernimmt in SAP-EWM-Projekten die operative Durchplanung und Umsetzung der zweistufigen Kommissionierung mit einem klar aufgebauten Projektvorgehen.
Dabei steht die Gesamtsystematik im Vordergrund: Systemarchitektur, Konfiguration und Integration werden konsequent aufeinander abgestimmt. Jeder Schritt zielt auf Prozesssicherheit und eine tragfähige Einbindung in bestehende Lagerprozesse.
Im Rahmen der Einführung wird die Projektmethodik durch ein risikobewusstes Testmanagement ergänzt.
Reale Pick-Szenarien bilden dabei die Grundlage für valide Tests. Prozesspfade werden unter realitätsnahen Bedingungen geprüft, um Go-Live-Risiken strukturiert abzusichern.
Zur Dokumentation nutzt PG3 das Tool smart.POL. Prozessverläufe, Systemkonfigurationen und KPI-relevante Parameter werden durchgängig nachvollziehbar festgehalten.
So entsteht eine belastbare Wissensbasis, die spätere Change Requests unterstützt und die Betriebssicherheit innerhalb der zweistufigen Kommissionierung dauerhaft stabilisiert.
- Reduzierung von Schnittstellenrisiken durch abgestimmte Systemarchitektur
- Sicherstellung der Betriebsfähigkeit durch testbasierte Go-Live-Vorbereitung
- Transparente Dokumentation zur Sicherung der Prozesskontinuität und Skalierbarkeit
smart.POL als Wissensanker für EWM-Komplexität
smart.POL (Prozess- und Objektlandschaft) dokumentiert EWM-relevante Entscheidungen und Abläufe nachvollziehbar entlang der SAP-Prozesslogik.
Projektwissen bleibt dadurch konsistent verfügbar und kann gezielt in operative Prozessketten überführt werden. Diese Form der Wissenssicherung wirkt auch bei Zuständigkeitswechseln stabilisierend.
Im Kontext von Change Requests verknüpft die Lösung Anforderungen, Bearbeitungsstände und betroffene Objekte systemgestützt und revisionssicher.
Stakeholder erhalten eine vollständige Übersicht über den Lösungsverlauf. Das erhöht die EWM-Transparenz in allen Projektphasen und stärkt die Steuerbarkeit im späteren Betrieb.
Zweistufige Kommissionierung sauber modellieren – jetzt SAP-EWM-Architektur prüfen lassen
FAQ
Was unterscheidet die zweistufige von der einstufigen Kommissionierung?
Bei der einstufigen Kommissionierung erfolgt die Entnahme direkt auftragsbezogen – jede Position wird separat gepickt. Die zweistufige Kommissionierung trennt dagegen Entnahme und Auftragszuordnung. Zunächst werden Materialien mengenbasiert gesammelt, anschließend auftragsbezogen verteilt. Diese Entkopplung erhöht die Prozessstabilität bei hohem Auftragsvolumen und reduziert Wegezeiten im Lager.
Wie läuft die zweistufige Kommissionierung im SAP EWM konkret ab?
SAP EWM bildet die zweistufige Kommissionierung in zwei klaren Prozessphasen ab: Entnahme und Verteilung. In der ersten Phase wird materialbezogen gepickt – unabhängig von Einzelaufträgen. In Phase zwei übernimmt das System die Zuordnung zu den jeweiligen Kundenaufträgen mittels zusätzlicher Lageraufgaben. Grundlage dafür sind definierte Kriterien wie Transportgruppen, Prioritäten und Zielbereiche. Die Bestandführung bleibt dabei systemisch konsistent.
In welchen Lagersituationen ist die zweistufige Kommissionierung empfehlenswert?
Die zweistufige Kommissionierung mit SAP EWM empfiehlt sich vor allem bei hoher Auftragsdichte, stark variierenden Bestellzyklen oder komplexen Artikelstrukturen. Typische Einsatzbereiche sind Lager mit vielen Einzelpositionen pro Auftrag sowie stark schwankendem Versandvolumen. Die Methode stabilisiert Pick-Prozesse, nutzt Ressourcen effizienter und sichert die Prozessführung im operativen Tagesgeschäft.
Welche Vorteile ergeben sich durch die Nutzung der zweistufigen Kommissionierung?
Sie profitieren von verkürzten Laufwegen, höherer Auslastung in Pick- und Versandbereichen sowie einer verbesserten Steuerbarkeit bei Lastspitzen. Auch personelle Engpässe lassen sich besser abfangen, da das System priorisierte Aufgaben strukturiert bereitstellt. Die Trennung von Entnahme und Verteilung schafft Transparenz, reduziert Fehler und erhöht die operative Prozesssicherheit.
Was ist bei der Konfiguration in SAP EWM zu beachten?
Für eine verlässliche Umsetzung der zweistufigen Kommissionierung müssen Lagerprozessarten, Lagertypen und Suchreihenfolgen exakt aufeinander abgestimmt sein. Zentrale Elemente sind u. a. der Zwischenlagertyp 2010 für die temporäre Materialhaltung und die Lagerprozessart 2020 für die erste Entnahmephase. Optional bietet SAP EWM mit der Einstellung „2-Stufigkeit produktabhängig“ eine gezielte Steuerung auf Materialebene. Eine saubere Systemarchitektur ist hier entscheidend für die Prozessstabilität.